Lexikon von A bis Z beginnend mit A

Hier findest du alle wichtigen Begriffe und Erklärungen im Überblick.

A

Abschlussprüfung

Durch die Abschlussprüfung, die von den Steuerberaterkammern am Ende der Ausbildung abgenommen wird, soll festgestellt werden, ob der/die Auszubildende die berufliche Handlungsfähigkeit erworben hat. Der Prüfling soll nachweisen, dass er die erforderlichen Fertigkeiten beherrscht, die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten besitzt und mit dem in der Berufsschule vermittelten Lehrstoff vertraut ist. Zur Prüfung ist zuzulassen, wer die vertraglich vereinbarte Ausbildungszeit absolviert hat oder wessen Ausbildung nicht später als zwei Monate nach dem jeweiligen Prüfungstermin endet. Ferner muss der/die Auszubildende an der Zwischenprüfung teilgenommen und den Ausbildungsnachweis geführt haben. Die Prüfung wird schriftlich in den Fächern Steuerwesen, Rechnungswesen, Wirtschafts- und Sozialkunde und mündlich im Fach Mandantenorientierte Sachbearbeitung durchgeführt. Eine nicht bestandene Abschlussprüfung kann zweimal wiederholt werden. Die Prüfungstermine werden von den Steuerberaterkammern festgelegt und bekannt gegeben.

Anforderungsprofil
Steuerfachangestellte müssen Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge, Interesse an steuerlichen und rechtlichen Fragen und die Fähigkeit zu analytischem Denken haben. Sie sollten kontaktfreudig und zur ständigen fachlichen Weiterbildung sowie zu einem serviceorientierten Umgang mit den Mandanten bereit sein.
 
Die Fortbildung zum/zur Steuerfachwirt/in bietet vielfältige Chancen im Beruf. Hierfür muss eine Fortbildungsprüfung abgelegt werden.
 
Ausbildender/Ausbilder

Ausbildender ist der Steuerberater oder die Steuerberatungsgesellschaft. Mit ihm/ihr wird der Ausbildungsvertrag geschlossen. Führt der Ausbildende die Ausbildung selbst nicht durch, muss er eine/n Ausbilder/in bestellen. Dies ist z. B. bei größeren Steuerberatungspraxen oder Steuerberatungsgesellschaften der Fall.

Ausbildung

siehe Berufsausbildung

Ausbildungsbeginn und -ende

siehe Ausbildungsdauer

Ausbildungsberater

Bei den Steuerberaterkammern sind Berater tätig, die den Auszubildenden sowie den Ausbildenden und Ausbildern in allen Fragen der Ausbildungsvorbereitung, der Berufsausbildung, Umschulung und Fortbildung mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Ausbildungsberufsbild
Aus dem in der Ausbildungsordnung festgelegten Ausbildungsberufsbild ergeben sich die während der Ausbildung zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten.
Ausbildungsdauer

Die Regelausbildungsdauer beträgt nach der Ausbildungsordnung drei Jahre. Ausbildungsbeginn und -ende sollten so gewählt werden, dass sie mit dem Berufsschuljahr und dem Termin der Abschlussprüfung übereinstimmen. Auskunft zu Verkürzungsmöglichkeiten (z. B. aufgrund der schulischen Vorbildung) erteilen die Steuerberaterkammern . Bei besonders guten Leistungen in der Praxis und der Berufsschule besteht unter bestimmten Voraussetzungen die Möglichkeit, die Abschlussprüfung vorzeitig abzulegen. In Ausnahmefällen kann die Kammer auf Antrag des Auszubildenden und nach Anhörung des Ausbildenden die Ausbildungsdauer verlängern, wenn die Verlängerung erforderlich ist, um das Ausbildungsziel zu erreichen (z. B. bei längerer Krankheit). Bei nicht bestandener Abschlussprüfung verlängert sich das Ausbildungsverhältnis auf Verlangen des Auszubildenden bis zur nächstmöglichen Wiederholungsprüfung, höchstens jedoch um ein Jahr.

Ausbildungsinhalte
Ausbildungsnachweis

Die Einhaltung des Ausbildungsplans wird durch den schriftlichen Ausbildungsnachweis dokumentiert. Die Steuerberaterkammern stellen entweder ein Ausbildungsnachweisheft zur Verfügung, das mit dem Ausbildungsplan zusammengefasst ist, oder haben eine andere Form, den Ausbildungsnachweis zu führen, vorgesehen. Der Ausbildungsnachweis ist vom Auszubildenden während der Ausbildungszeit fortlaufend zu führen. Der Ausbildende bzw. Ausbilder hat die ordnungsgemäße Führung regelmäßig zu überwachen und den Ausbildungsnachweis durchzusehen und abzuzeichnen. Der Ausbildungsnachweis ist zusammen mit der Anmeldung des Auszubildenden zur Abschlussprüfung bei der Kammer einzureichen.

Ausbildungsordnung

Die Ausbildung richtet sich nach der Verordnung über die Berufsausbildung zum/zur Steuerfachangestellten.

Ausbildungsplan

Nach der Ausbildungsordnung hat der Ausbildende unter Zugrundelegung des Ausbildungsrahmenplans für den Auszubildenden einen Ausbildungsplan zu erstellen. Aus Vereinfachungsgründen und wegen der möglichst einheitlichen Durchführung der Berufsausbildung stellen die Steuerberaterkammern vorbereitete Ausbildungspläne zur Verfügung. Der Ausbildungsplan ist wesentlicher Bestandteil des Ausbildungsvertrages . Der von der Kammer bereitgestellte Ausbildungsplan stellt grundsätzlich auf eine dreijährige Regelausbildungsdauer ab. In den Fällen, in denen eine verkürzte Ausbildungsdauer vereinbart wird, müssen alle Ausbildungsinhalte in der verkürzten Ausbildungszeit vermittelt und der vorgegebene Ausbildungsplan hinsichtlich des zeitlichen Ablaufs der Ausbildung entsprechend angepasst werden.

Ausbildungsplatzbörse
Die Steuerberaterkammern bieten auf ihren Internetseiten Ausbildungsplatzbörsen an. In der Rubrik Ausbildungsplätze kannst du die Börsen der Kammern aufrufen. Hier sind zum Teil auch Praktikumsplätze zu finden.
Im Übrigen sind freie Ausbildungsplätze bei den Arbeitsagenturen gemeldet.
Ausbildungsrahmenplan
Der Ausbildungsrahmenplan beinhaltet als Anlage zur Ausbildungsordnung die sachliche und zeitliche Gliederung der während der Ausbildung zu vermittelnden Fertigkeiten, Kenntnisse und Fähigkeiten. Erläuternde Hinweise zum Ausbildungsrahmenplan werden von den Steuerberaterkammern zur Verfügung gestellt.

 

Ausbildungsstelle

Bewerbungen um eine Ausbildungsstelle kannst du direkt an Steuerberater oder Steuerberatungsgesellschaften richten. Angebote findest du zum Beispiel in den Ausbildungsplatzbörsen der Steuerberaterkammern.

Ausbildungsvergütung

Der Ausbildende hat dem Auszubildenden eine angemessene Vergütung zu gewähren, die nach dem Lebensalter des Auszubildenden so zu bemessen ist, dass sie mit fortschreitender Berufsausbildung, mindestens jährlich, ansteigt. Da für die Mitarbeiter/innen und Auszubildenden im steuerberatenden Beruf kein Tarifvertrag besteht, gelten für die Ausbildung die von den Steuerberaterkammern festgelegten Vergütungssätze. Abweichungen hiervon sind in besonderen Fällen und innerhalb bestimmter Grenzen möglich. Eine über die vereinbarte regelmäßige tägliche Ausbildungszeit hinausgehende Beschäftigung (Überstunden) ist besonders zu vergüten oder durch entsprechende Freizeit auszugleichen. Eine zusätzliche Beschäftigung ist jedoch nur ausnahmsweise zulässig.

Ausbildungsverhältnis

Das Ausbildungsverhältnis beschreibt die vertragliche Beziehung zwischen Auszubildendem und dem Ausbildenden. Alle Rechte und Pflichten sind im Ausbildungsvertrag geregelt.

Ausbildungsvertrag

Der Ausbildungsvertrag wird zwischen dem Ausbildenden und dem Auszubildenden geschlossen. Vertraglich vereinbart werden u. a. Ausbildungsbeginn und -ende, Dauer der Probezeit, Ausbildungsplan, Rechte und Pflichten des Auszubildenden und des Ausbildenden, Vergütung, Urlaub und Kündigungsregelungen. Die Steuerberaterkammern stellen die erforderlichen Vertragsvordrucke zur Verfügung.

Ausbildungszeit

Die regelmäßige tägliche Ausbildungszeit wird im Ausbildungsvertrag vereinbart. Für Jugendliche gelten besondere Regelungen nach dem Jugendarbeitsschutzgesetz. Für volljährige Auszubildende gilt in der Regel jeweils die für die übrigen Mitarbeiter in der Steuerberaterpraxis getroffene Arbeitszeitregelung. Zur Anrechnung des Berufsschulbesuchs vgl. die dortigen Hinweise. Auskunft über Möglichkeiten der Teilzeitausbildung mit verkürzter täglicher oder wöchentlicher Ausbildungszeit geben die Steuerberaterkammern.